Projekt "Integriertes Rohstoff- und Naturschutzmanagement"
Nach zweieinhalbjähriger Laufzeit wurde das Pilotprojekt „Nachhaltigkeitsindikatoren für ein Integriertes Rohstoff- und Naturschutzmanagement“ in Schelklingen (Baden-Württemberg) 2008 abgeschlossen. Das Forschungsvorhaben liefert als wichtiger Bestandteil der Initiative für Nachhaltigkeit in der deutschen Zementindustrie wissenschaftlich fundierte Lösungen zur weiteren Optimierung des Ausgleichs von Rohstoffgewinnung und Naturschutz.
Träger des Projekts waren das HeidelbergCement Technology Center, der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie, die Sozialpolitische Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zementindustrie sowie das Biologenteam der AG.L.N. Landschaftsplanung und Naturschutzmanagement. Durchgeführt wurde das Projekt im Zeitraum Juli 2005 bis Dezember 2007 mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Im Rahmen der Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung spielen innovative Ansätze zur Sicherung der Biodiversität nicht nur in Deutschland, sondern auch international eine zunehmend wichtige Rolle. Zwar stellt der Abbau von Rohstoffen für die Zementproduktion einen erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft dar. Gleichzeitig können Steinbrüche aber bereits während des Betriebes eine wichtige Funktion für den Natur- und Artenschutz übernehmen: Mit ihren spezifischen Standortbedingungen bieten sie oftmals einen Lebensraum für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten, die in der Kulturlandschaft kaum noch zu finden sind.
Ziel des Pilotprojekts war es daher, Indikatoren zu entwickeln, mit denen die Arten- und Lebensraumvielfalt von Steinbrüchen messbar gemacht werden kann. Im Projekt wurden verschiedene Indikatoren für Flora, Fauna und Lebensraumtypen entwickelt, die auf die spezifischen Verhältnisse und Potenziale von Abbaustätten zugeschnitten sind, um den Anforderungen der betrieblichen Praxis im Steinbruchbetrieb und des Naturschutzes gleichermaßen gerecht zu werden. Diese Biodiversitätsindikatoren wurden im Zuge des Projektes im Steinbruch des Zementwerkes Schelklingen der HeidelbergCement AG ebenso getestet wie unterschiedliche Verfahren zur Erhebung der Arten- und Lebensraumvielfalt (Monitoring). Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wurden sogenannte Biodiversity Action Plans entwickelt, die gezielte Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt umfassen. Abschließend wurden die Indikatoren auch hinsichtlich potenzieller Schnittstellen zu naturschutzfachlichen Instrumenten, wie z.B. Ökokonten geprüft.
Die Ergebnisse des Projekts wurden mit Vertretern von Unternehmen und Verbänden auch aus anderen Steine- und Erden-Branchen sowie mit Stakeholdern aus Wissenschaft, Naturschutz und Gewerkschaften diskutiert. Bei der Entwicklung von Empfehlungen zur Sicherung der Biodiversität im Zusammenhang mit der industriellen Produktion will die Europäische Kommission die Ergebnisse des Projektes nutzen.



