Der Gesamtenergieverbrauch in Deutschland ist 2010 nach einem konjunkturell bedingt starken Rückgang im Vorjahr wieder um rund 5 Prozent gestiegen. Dies spiegelt nicht zuletzt die sich erholende wirtschaftliche Entwicklung in der energieintensiven Grundstoffindustrie wider. Allerdings blickt diese trotz konjunktureller Umsatzeinbußen auf eine Phase kontinuierlich steigender Energiekosten zurück. So machen in der deutschen Zementindustrie allein die Stromkosten (einschließlich staatlich induzierter Kosten) etwa 30 Prozent an der Bruttowertschöpfung aus. Nimmt man die Bezugskosten für Brennstoffe hinzu, beläuft sich der Anteil sogar auf rund 50 Prozent. Der Produktionsfaktor Energie ist damit eine der größten Kostenbelastungen für die Branche. Vor diesem Hintergrund wurden bereits in der Vergangenheit Energieintensität und Energieeffizienz sukzessive in ein gesundes Gleichgewicht gebracht, Anreize zur nachhaltigen Effizienzsteigerung konsequent umgesetzt. Beispielsweise konnte der spezifische Brennstoffbedarf in der deutschen Zementindustrie seit den 1950er Jahren um über 60 Prozent gesenkt werden. Mit weniger als 3000 kJ/kg Zement ist er heute beinahe am theoretischen Minimum angelangt. Überdies hat sich die Branche in der Klimavereinbarung zwischen deutscher Wirtschaft und Bundesregierung freiwillig verpflichtet, den spezifischen Energieverbrauch und die energiebedingten CO2-Emissionen bis 2012 (Basis 1990) um 28 Prozent zu senken. Dieses Ziel konnte bereits vor einigen Jahren übertroffen werden.