Die deutsche Zementindustrie - Wertschöpfung und Leistungsfähigkeit

 

Die deutsche Zementindustrie spielt eine wichtige Rolle im breiten Spektrum der Baustoffindustrie. Sie nimmt damit zugleich eine entscheidende Position in der gesamten Wertschöpfungskette Bau ein. Dieses industrielle Netzwerk reicht von den Anbietern von Energie, Maschinen und Anlagen über produktionsnahe Dienstleistungen wie Wartung und Transport bis hin zur Abnehmerseite, also der Transportbeton- und der Betonfertigteilbranche, der Mörtelindustrie und dem Baustoffhandel. Das der Zementindustrie zuzuordnende industrielle Cluster im engeren Sinn bietet mit seinen vor- und nach gelagerten Branchen rund 80.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Mit einem Mix aus mittelständischen und großen Unternehmen gliedert sich die deutsche Zementindustrie insgesamt in 27 Unternehmen und 56 Werke. Andere Industrieländer in der europäischen Nachbarschaft weisen demgegenüber einen deutlich höheren Konzentrationsgrad auf, beispielsweise Großbritannien und Frankreich mit jeweils nur vier Unternehmen in dieser Branche. Mit fast 8.000 Mitarbeitern haben die deutschen Zementwerke im Jahr 2010 rund 30 Mio. Tonnen Zement hergestellt und dabei einen Umsatz von rund 2,3 Mrd. Euro erzielt.

Die Zementindustrie zeichnet sich durch eine hohe Kapitalintensität aus. So müssen für den Neubau eines Zementwerkes mit einer Jahresproduktion von etwa 1,5 Millionen Tonnen Klinker Investitionen von rund 300 Millionen Euro aufgebracht werden. Mindestens 25 Jahre sind notwendig, damit sich ein solcher Kapitaleinsatz amortisiert.

Unabhängig von Baukonjunktur und zunehmender Internationalisierung investiert die Zementindustrie kontinuierlich in Deutschland: Die Bruttoanlageinvestitionen der Branche betrugen zwischen 2001 und 2009 insgesamt 1,4 Mrd. Euro – ein auch in Bezug zum Umsatz von durchschnittlich 2,2 Mrd. Euro pro Jahr sehr hoher Wert. Die Investitionen dienen nicht nur der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch der laufenden Verbesserung des Umweltschutzes. Mit einem Anteil von 7,5 Prozent (2009) liegt die Investitionsquote der Zementindustrie mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes insgesamt (3,4 Prozent).

Der Baustoff Zement ist eine wesentliche stoffliche Voraussetzung, ohne die Entstehung, Bestand und Fortentwicklung einer modernen industriellen Gesellschaft nicht denkbar sind: Fabrik- und Bürogebäude, menschengerechter Wohnungsbau, leistungsfähige Mobilitäts- und Versorgungsinfrastruktur.

   

Zementindustrie 2010

 

Investitionsquote 2009

 


Stand: 17.05.2012